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Ratgeber

Trauerrede

Eine Trauerrede ist eine der schwierigsten Reden. Die Trauerrede sollte stets individuell und persönlich sein, den Verstorbenen als Persönlichkeit würdigen und wertschätzen. Um eine Trauerrede zu erstellen, wird zunächst auf die Grundlinien des Lebens, auf Erfolge und Höhepunkte, vielleicht auch auf Lebenswunden oder Enttäuschungen geblickt.

Dafür können zunächst gemeinsame Fotos betrachtet werden. Bilder setzen Gefühle frei. Beim Ansehen der Aufnahmen soll auch deutlich werden, was dem Verstorbenen wichtig war – und was er für den Redner bedeutet hat. Warum wurde er so geschätzt? Welcher Verlust ist durch ihn entstanden? In diesem Zusammenhang sollten auch die Beziehungen der anderen (Verwandte, Bekannte, Kollegen) zu dem Dahingegangen aufgezeigt werden. Anschließend sollten Zahlen, Daten und Fakten gesammelt werden. Dafür sollte am besten mit der Familie gesprochen werden. In diesem Gespräch sollte auch geklärt werden, worauf die engsten Angehörigen Wert legen, was unbedingt erwähnt werden sollte. Auch sollte angesprochen werden, in welcher Rolle der Vortragende sprechen sollte: als Trauer-Redner oder als trauernder Freund des Verstorbenen.

Plan des Rede-Konzepts

Um die Rede flüssig und so wie geplant vortragen zu können sollte diese schriftlich festgehalten werden, beispielsweise auf Karteikarten. So könnte ein Redegedanke eine Karteikarte füllen. Natürlich kann auch alles im Stile einer Manuskriptrede ausformuliert werden. Der Vortrag sollte auf jeden Fall geprobt werden. Schön ist es, wenn die Hinterbliebenen direkt angesprochen werden. Dabei sollten „familienprotokollarische“ Wünsche beachtet werden. Verwandtschaftsbeziehungen verdienen durchaus ihre Nennung, ergeben sich damit doch wiederum Anknüpfungspunkte zur Würdigung des Verstorbenen. Neben der Charakterisierung des Verstorbenen können auch Gedanken zum Sterben und zum Tod überhaupt geäußert werden, zum Beispiel: Welche Gestalt nimmt der Tod an und wie kommt er zu uns? Oder: Was heißt Abschied nehmen und was geschieht dabei?
Am Ende der Rede steht die Ehrerbietung für den Toten. Es dürfen ruhig Gefühle gezeigt werden, allerdings sollte versucht werden, nicht aus der Fassung zu geraten. Sollte die Rede im Freien gehalten werden, sollten die erschwerten akustischen Verhältnisse beachtet werden. Der Wind beispielsweise trägt die Worte fort.

Constanze Kirmaier